Gespräche mit Gott

Vor kurzem musste ich für eine Jugendzeitschrift einen kleinen Bericht schreiben, Auszüge davon gebe ich hier gerne wieder:
Die Frage ist für mich nicht, ob es Gott gibt und ob dieser wirkt und da ist. Ich meine, ich durfte seinen Schutz und Dasein in meinem Leben erfahren. Ich bin dankbar für mein Leben, für die Menschen, die es ehrlich gut mit mir meinen. Für diejenigen, durch die ich erfahren durfte, dass Gott uns nahe ist. Das ist z.B. ein Bauer in meiner Studienzeit, der sagte: „Andreas, der Glaube gehört dir und ist in dir (und er schlug mit seiner Faust auf sein Herz), egal wie diejenigen in der Kirche sich benehmen.“

Heute weiss ich neben vielen guten Erfahrungen im Bereich der Kirche umso mehr, dass es dort oftmals nicht gerade vorbildhaft zugeht. Wie an vielen anderen Orten in der Welt, ist es auch hier manchmal nur zum Davonlaufen. Die Kirche sollte der Ort sein, wo wir Gott und ein gutes Miteinander erfahren können – das ist leider, so muss ich zugeben, trotz mancher vernünftiger Erwachsener und den stetigen Bemühungen auch junger Leute im Raum der Kirche nicht immer der Fall.
Als Jugendlicher habe ich einfach einmal selbst das Gespräch mit Gott aufgenommen, habe den Kirchenraum dazu genutzt, um selber herauszufinden, wie's denn steht „um den lieben Gott“. Immer wieder einmal habe ich mich allein in eine Kirche gesetzt und habe mit ihm so gesprochen, wie es mir gepasst hat, und ich merkte, „der ist ja wirklich da“. Ich merkte auch, dass nicht alles stimmt, was mancher Pfarrer in der Predigt erzählte. Da ich aber wusste, dass Gott wirklich da ist (auch ohne das Reden mancher Pfarrer) lernte ich auch, manchen Quatsch zu überhören und wie mit einem Augenzwinkern Gottes so manchen dieser Mängel zu übersehen. Gott sei Dank, ist ja Gott nicht nur an jenen interessiert, an denen Kirche gross und deutlich draufsteht, sondern auch an mir, an einem damals Jugendlichen, der begann sich Gedanken über Gott und die Welt zu machen.

Andreas Barth